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Laminat im Test: was aktuelle Testberichte zeigen

Laminat ist günstig, sieht schön aus und passt eigentlich in jeden Wohnraum. So weit, so gut. Doch hält der Bodenbelag auch, was die Hersteller versprechen? Unabhängige Tests zeigen, wie gut er wirklich ist und welche Kriterien auch für Sie bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen sollten.
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Laminat im Test: Ergebnisse von Stiftung Warentest

Wie stark Laminatböden beansprucht werden können hat Stiftung Warentest untersucht

Ein ausgezeichnetes Mittel, um die verschiedenen Laminatsorten fernab jeglicher Werbeversprechen von Herstellern und Handel zu betrachten, sind unabhängige Tests. Denn nur wenn ein Test von einem neutralen Beobachter durchgeführt wird, können Kunden auf seine Objektivität vertrauen. Oftmals sagen die Testergebnisse wesentlich mehr aus als die Deklaration auf der Verpackung. So auch beim letzten verfügbaren Test für Laminat, den die Stiftung Warentest im Sommer 2009 durchführte. Dieser Test ist zwar nicht mehr taufrisch, zeigt aber nach wie vor die wesentlichen Kriterien, auf die es beim Laminat ankommt. Und gibt erste Hinweise, wann ein Laminat wirklich ein gutes Laminat ist.

Sehr gut gibt's nicht

Die ernüchternde Erkenntnis vorneweg: Im letzten Test der Stiftung Warentest schnitt kein einziges getestetes Laminat mit "sehr gut" ab. Auch der Testsieger nicht. Gründe dafür gibt es einige, so erfolgten zum Beispiel Abstufungen, wenn die Deklaration fehlerhaft war, oder das Laminat sich stark elektrostatisch auflädt. Genau diese Aufladung war einer der größten Kritikpunkte des Testberichtes.

Als Boden mit Kunststoffoberfläche verhält sich Laminat im Raum anders als es beispielsweise Parkett tut. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit kann es hier leicht zu einer elektrostatischen Aufladung des Fußbodens kommen. Da springen nicht gleich die Funken über, aber es ist durchaus unangenehm beim Betreten des Bodens oder wenn man beim Anfassen der Türklinke eine "gewischt bekommt".

Viele Hersteller reagieren auf diesen Umstand und bieten antistatisches Laminat an, das genau diesen Effekt verhindern soll. Doch die Angabe allein reicht hier nicht aus. Im Test war der Bodenbelag von HDM als antistatisch deklariert, konnte dieses Versprechen im Praxistest aber nicht zeigen. Der Testsieger von Classen wies diese Deklaration nicht auf, schnitt im Bezug auf die elektrostatische Aufladung dennoch gut ab. Ein sehr gutes Ergebnis in diesem Punkt erzielte auch Decofloor-Clic.

Haltbarkeit im Stresstest

Laminat muss viel aushalten können, doch natürlich sind die Testbedingungen extrem. Mittels Schmirgelpapier und Stahlkugeln untersuchten die Prüfer, wie widerstandsfähig die einzelnen Laminate sind. Dazu zählten die Kratzfestigkeit des Bodens, seine Stoßfestigkeit, der Schutz vor Nässe und auch die Festigkeit der Klickverbindungen. In jeder Hinsicht positiv abschneiden konnte kein Laminat, doch es zeigten sich im Detail große Unterschiede.

Während das Laminat von Kronotext besonders kratzfest war, zeigte der Testbericht beim Produkt von IKEA einen besonders guten Nässeschutz. Genau an diesem Kriterium schnitten die Böden von Decofloor-Clic und HDM schlecht ab. Insgesamt gab es hier überwiegend gute Noten, sowohl für Classen, als auch für Meister, Balterio, Kronotex und IKEA . Lediglich als ausreichend haltbar erwiesen sich das Laminat von Decofloor-Clic und auch das Produkt von HDM.

Gesunder Boden ist Ehrensache

Viele Jahre galt Laminat aufgrund seines hohen Kunststoffanteils als gesundheitsschädlicher Fußbodenbelag. Zunehmend tragen unabhängige Tests auch diesem Punkt Rechnung und bewerten die Schadstoffgehalte eines Laminats im Rahmen ihrer Tests. Gesetzlich vorgeschrieben ist ohnehin, dass ein Laminat keine Weichmacher, sogenannte Phtalate, enthalten darf. Daran hielten sich ausnahmslos alle Hersteller im Test. Kein einziges Laminat fiel aufgrund eines überhöhten Schadstoffgehalts oder einer zu starken Schadstoffemission aus dem Raster. Der Testsieger von Classen holte hier ein sehr gutes Ergebnis, während vor allem die unangenehme elektrostatische Aufladung Konkurrenten wie Meister, Balterio, Witex, Kaindl oder IKEA mit einem lediglich ausreichenden Ergebnis abstrafte.

Auch jenseits der Tests sollten Kunden dieses Kriterium im Auge behalten. Umweltzeichen wie der Blaue Engel helfen dabei, indem sie gesundheitlich unbedenkliche Laminatböden kennzeichnen. Dies gilt bei klassischem Laminat genauso wie beim modernen Vinyl Laminat, das gänzlich holzfrei produziert wird.

Weitere Prüfkriterien für die Praxis

Der aktuell vorliegende Test berücksichtigt zahlreiche Faktoren. Trotzdem gibt es weitere Kaufkriterien, die ausschlaggebend sein können. Verbraucher sollten immer darauf achten, dass Ihr Boden im ganz persönlichen Praxistest besteht, beispielsweise auch eine integrierte Trittschalldämmung des Produktes berücksichtigen. Im Test völlig vernachlässigt, in der Praxis aber enorm wichtig ist auch die gewählte Versiegelung des Bodens. Zum einen in puncto Schadstoffe, denn das beste Laminat bringt nichts, wenn es mit einer belasteten Versiegelung versehen oder mit einem bedenklichen Pflegemittel behandelt wird. Zum anderen aber auch in Sachen Renovierung. Die Hersteller im Test gaben Garantien von zwei bis 20 Jahren. Selbst wenn der letztgenannte Zeitraum realistisch sein sollte, werden nach einiger Zeit am Boden kleine Macken auftreten. Mithilfe spezieller Reparatursets lässt sich der ein oder andere Schönheitsfehler leicht ausbessern, mit guten Pflegemitteln die Haltbarkeit des Laminats von Beginn an erhöhen.

Hinweis- statt ausschlaggebend

Jeder Test ist immer nur eine Momentaufnahme, das muss jedem Verbraucher bewusst sein. Welches Laminat aktuell vorne liegt und welcher Hersteller am ehesten Ihre persönlichen Bedürfnisse an einen guten Fußboden befriedigen können, erfahren Sie im Fachbetrieb vor Ort. Schreiben Sie uns über unser Anfrageformular – wir stellen den Kontakt kostenlos her!

(Bildquelle: © kulikov922 - Fotolia.com)