Bambusparkett: der unverwüstliche Exot

22. April 2021
Ein Hauch Exotik und doch ganz viel Handfestes – das ist es, was Menschen von einem Bambusparkett bekommen. Die herausragenden Eigenschaften dieses Holzes, das eigentlich gar kein echtes Holz ist, sind eine enorme Widerstandskraft und eine sehr wandlungsfähige Optik. Welche Abstriche Kunden hier jedoch machen müssen und für wen sich Bambusparkett eignet, ist Thema dieses Artikels.
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ParkettHolzarten für ParkettBambus-Parkett

Bambusparkett: der Nachhaltigkeitskönig

Eckdaten auf einen Blick
Herkunft: Asien, Amerika, Afrika
Farbe: hell-mittelbraun, karamell
Brinellhärte: mittel bis gut
Holzdichte: hoch
Dauerhaftigkeitsklasse: 1

Grundsätzlich handelt es sich beim Bambus nicht um einen Baum, sondern um ein Gras. Konkret gehört die Pflanze zur Gattung der Süßgräser und ragt in straff aufrechten Röhren mehrere Meter hoch. Vor allem in China beheimatet, wächst die Pflanze heute nahezu überall auf der Welt, sofern sie ein subtropisches Klima vorfindet. Nur in Europa können wir sie bis heute nicht als heimisch bezeichnen. Trotzdem ist Bambusparkett ein enorm nachhaltiges und ökologisch sinnvolles Produkt.

Bildquelle: © tuk69tuk - Fotolia.com

Zwar handelt es sich nicht um ein Parkett aus heimischen Hölzern, die beeindruckenden Wuchseigenschaften der Pflanze gleichen dies aber mehr als gut aus. Denn Bambus wächst rasant schnell, Sie können ihm wirklich geradezu beim Wachsen zusehen. Mehrere Zentimeter pro Tag sind beim Bambus völlig normal, alle fünf bis sieben Jahre kann ein Bambuswald zu einem Drittel abgeholzt werden, ohne dass hier dauerhaft Lücken entstehen. Dass die Pflanze noch dazu völlig unkompliziert ist und auch nach dem Abschneiden der Röhren unbeeindruckt weiter wächst, macht sie zu einem echten Nachhaltigkeitswunder. Bambus ist geradezu unverwüstlich. Ein Umstand, der das Gras zu einem immens wertvollen Werkstoff macht.

In China wusste man bereits vor Jahrtausenden um die Tauglichkeit von Bambus für die Möbelproduktion. Stühle, Tische, Betten und natürlich auch Bodenbeläge wurden aus Bambus hergestellt. Der Herstellungsprozess unterscheidet sich beim Bambusparkett jedoch deutlich von dem der klassischen Parkettproduktion. Die festen Bambusröhren werden abgeschnitten und maschinell in Streifen zerteilt. Diese werden gekocht oder gedämpft und anschließend unter hohem Druck gepresst. Der hohe Anteil an Cellulose und Lignin in den Röhren erlaubt die präzise Verarbeitung dieses Rohstoffs und gibt Bambus, obwohl ein Gras, Eigenschaften, die mit denen von Baumholz mithalten können.

Optik des Bambusparketts

Bambusparkett ist ein sehr warmes und exotisches Parkett. Sein Farbton ist hell- bis mittelbraun, variiert aber je nach der Art der gewählten Verarbeitung. Denn wenn die Streifen der Bambusrohre gekocht werden, verursacht der enthaltene Zuckergehalt eine karamellbraune Farbe.

Je nachdem, ob die Streifen der Bambusrohre nun vertikal oder horizontal gepresst werden, entsteht ein etwas anderer Look. Bei der horizontalen Variante kommt das exotische Farb- und Strukturspiel des Grases voll zur Geltung. Das Bambusparkett ist dann strukturiert und eher ungleichmäßig. Das macht es lebhaft und interessant. Wer eine ruhigere und gleichmäßigere Optik bevorzugt, ist mit der vertikalen Verarbeitung besser beraten. Hier sind die Farb- und Strukturwechsel nicht ganz so stark, sondern wesentlich sanfter ausgeprägt.

Bambus Parkett der Firma Parador: Trendtime 1, Bambus gekälkt Landhausdiele | Bildquelle: © Parador GmbH

Es ist wie immer bei Parkett also vor allem eine Frage der gewählten Sortierung, wenn es um den Look des einzelnen Holzes geht. Bambus finden Sie besonders häufig als Hochkantlamellenparkett im modernen Industrielook, aber auch als charmantes Stabparkett im Handel.

Belastbarkeit von Bambusparkett

Der wohl größte Vorteil des Bambusparketts ist seine enorme Belastbarkeit. Denn nicht nur die Pflanze selbst ist unverwüstlich – auch das daraus entstandene Parkett scheint es zu sein. Dieser Rohstoff ist enorm hart und druckfester als Beton. Mit einer Brinellhärte von 40 N/mm² liegt Bambusparkett sogar über der Belastbarkeit der robusten Eiche, in etwa gleichauf mit dem Holz der Wenge. Seine Holzdichte ist sehr hoch, weshalb es sich auch für den gewerblichen Bereich eignet.

Trotzdem gibt es Unterschiede, auf die Sie vor dem Kauf achten sollten. Denn dank seiner enormen Belastbarkeit ist bereits die Nutzschicht dieses Holzes so gut, dass manche Hersteller bei der Qualität der Trägerschicht zu einem weniger stabilen Holz greifen. Sofern Sie also ein Fertigparkett aus Bambus kaufen, ist es sinnvoll, hier genauer hinzusehen. Denn wenn die Trägerschicht mangelhaft ist, kann auch eine robuste Oberschicht nicht jeder Belastung standhalten und auf Dauer brechen. Schwere Möbel sind auf einem Bambusparkett grundsätzlich gut aufgehoben – eine gewisse Stärke sollte dieses aber dennoch unbedingt mitbringen. Mit einer Dauerhaftigkeitsklasse von 1 rangiert Bambus im Spitzenbereich.

Bambusparkett in der Praxis

Beim Bambusparkett dürfen Sie große Vorzüge, aber auch deutliche Nachteile erwarten. Zunächst einmal ist dieses Produkt nicht nur enorm druckfest, sondern auch sehr feuchtigkeitsverträglich. Bambus toleriert Feuchtigkeit deutlich besser als andere Parketthölzer und nimmt es Ihnen nicht übel, wenn Sie es feucht wischen. Bei der täglichen Pflege sind aber dennoch milde Reiniger zu bevorzugen.

Bambusparkett fördert eine hervorragende Raumluftqualität, braucht aber selbst auch eine hohe Luftfeuchte. Unter 55 % Luftfeuchtigkeit sollte ein Raum mit Bambusparkett nicht kommen, da es sonst zur Fugen- und Rissbildung neigt. Um diesen Wert zu erreichen, setzen manche Besitzer eines Bambusparketts auf ergänzende Luftbefeuchter. Die Abneigung gegen zu trockene und zu warme Luft macht das Bambusparkett leider auch völlig ungeeignet, um es auf einer Fußbodenheizung zu verlegen. Auf trockene Luft reagiert das Material, indem es schrumpft und zusätzlich beim Betreten quietscht. Trotzdem ist Bambusparkett formstabil und verspricht bei einer geeigneten Verlegung mit ausreichend Randabstand zur Wand eine durchaus lange Lebensdauer.

Pro und Kontra Bambusparkett

Ein so wandlungsfähiges Produkt hat enorme Vorteile, kommt als Parkett verarbeitet aber auch nicht ohne Nachteile aus. Wir haben Ihnen die Eigenschaften des Bambusparketts daher noch einmal übersichtlich zusammengefasst:

Vorteile von Bambusparkett Nachteile von Bambusparkett
schneller Wuchs, dadurch nachhaltig benötigt eine hohe Raumluftfeuchte
sehr druckfest nicht zur Verlegung auf einer Fußbodenheizung geeignet
feuchtigkeitsverträglich neigt bei trockener Luft zur Fugen- und Rissbildung
formstabil
außergewöhnliche Optik in verschiedenen Farbnuancen
günstige bis moderate Preise

Bambusparkett verlegen lassen: Fragen Sie den Profi!

Bambusparkett ist ein sehr dankbares Produkt, wenn die äußeren Bedingungen im Raum stimmen. Da es bei trockener Luft dazu neigt, zu schrumpfen, ist es wichtig, beim Verlegen einen ausreichenden Abstand zu den Wänden zu lassen. Ob sich Ihr Raum und die vorhandene Luftfeuchte generell dazu eignen, ein Bambusparkett zu verlegen, sollten Sie unbedingt vorab prüfen. Oder prüfen lassen.

Fragen Sie einen Experten um Rat, ob sich dieses Produkt für Ihr Zuhause eignet. Dieser Rat ist kostenlos, aber wichtig, wenn Sie an Ihrem Parkett lange Freude haben möchten. Wir von boden-profis.de vermitteln kompetente Ansprechpartner rund ums Thema Bodenverlegearbeiten. Suchen Sie noch nach einer geeigneten Adresse in Ihrer Region? Dann klicken Sie sich hier durch unsere komfortable Navigation und erfahren Sie, wer Ihnen vor Ort weiterhelfen kann.

Weitere Holzarten für Parkettböden finden Sie in unserer Übersicht.

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Einfamilienhaus von 1966: Grundsanierung + Renovierung: Beratung und Kosten?

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Antwort von Energieberater Kruft

Das sind ja ganz schön viele Fragen:

Was kostet eine Pelletheizung (zzgl. laufende Kosten) für ein Einfamilienhaus mit ca. 180 qm Wohnfläche, 2 Kellerräume dazu wären vorhanden?
Auf dem Lande ca. 20.000€ plus Lager, in Münschen etwa 10.000€ mehr


Was kostet eine Vollwärmedämmung eines EFH mit ca. 220 qm zu isolierende Fläche? Ohne Detailanpassungen 130 €/m² plus 20-30 € für ein System, das nicht nach 5 Jahren anfängt zu veralgen (mineralisches System), Öko nochmals 20-30 € extra (Schafwolle, Holzfaser, etc.)

-> mit Pellets+Vollwärmeschutz und noch ein wenig mehr ist sicherlich eine Förderung als Effizienzhaus möglich -> bis zu 30% Zuschuss, die man Vorher (!) beantragen muss, dazu kommt ggfs. noch BAFA und Bayern 10000

Was kostet ein Bauleiter? ohne Haftung 70-100 €/h brutto ansonsten nach HOAI= ca. Bausumme (inkl. Anteil mitzuverarbeitende Bausubtanz) x 5%

Was kostet ein Türrahmen mit zwei Türen, Scharniere zu jeder Seite und zwei Schallschutztüren aus Holz, weiß?


Was kostet ein Außenanstrich eines EFH Hauses, Farbe Grau, ca. 200 qm Fläche? mit Gerüst ca. 30-45 €/m²

Fußbodenheizung von 1982: Parkettboden nicht möglich?

Guten Tag, wir haben noch eine herkömmliche elektrische Fußbodenheizung, die 1982 eingebaut wurde. Jetzt wollten wir Parkett verlegen, doch es hieß, das sei nicht möglich. Durch die schnelle Erwärmung der Heizspiralen könnte das Holz arbeiten und sich verziehen. Stimmt das? Was raten Sie uns? Vielen Dank und freundliche Grüße!
Antwort von Willi Wunderlich

Parkettleger und Hersteller der FBH befragen, ist haarig.

Gruß, Wunderlich

Dehnungsfuge bei Fußbodenheizung vergessen

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben Anhydritestrich verlegen lassen und festgestellt, dass zwischen Wohnzimmer und Küche (getrennt steuerbare Fußbodenheizung und offene Wohnküche) die Dehnungsfuge vergessen wurde. Kann man hier nachträglich etwas korrigieren und wie bzw. muss man das überhaupt, da wir Landhausdiele/Parkett überall verlegen möchten? Vielen Dank und viele Grüße, Familie Müller
Antwort von Firma NATURAL-Energy - Energie-Umwelt-Konzepte UG

Sehr geehrte Familie Müller,

fragen sie ihren Installateur, wie er die Heizkreise für Küche und Wohnzimmer verlegt hat.
In dem Übergangs-Bereich zwischen Küche und Wohnzimmer werden wohl keine Heizschlangen verlegt sein.
Dann können sie mit einer Flex den Estrich aufschneiden und sie haben eine Dehnungsfuge.

Sie haben nur ein Problem mit ihrem Landhausdiele/Parkett. Denn Holz leitet die Wärme nicht.
Sie werden keine Wärme in ihrem Wohnzimmer/Küchen haben, bzw. sie müssen erhebliche Energie aufwenden müssen, um überhaupt etwas Wärme zu haben.

Gruß,
Johann Christl

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