Korkparkett: das nachhaltige Rindenparkett

Korkparkett ist kein Parkett im klassischen Sinne, denn es wird nicht aus dem Stammholz gefertigt. Warum es trotzdem enorm nachhaltig und umweltfreundlich ist, welche Vorteile Korkparkett gegenüber klassischem Echtholzparkett hat und wie Sie es pflegen sollten, schildert der nachfolgende Text.
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ParkettHolzarten für ParkettKork-Parkett

Korkparkett: Einzigartiges Parkett von einem einzigartigen Baum

Eckdaten auf einen Blick
Herkunft: Südeuropa, Nordafrika
Farbe: mittelbraun, als Designboden vielfältig
Brinellhärte: -
Holdichte: -
Dauerhaftigkeitsklasse: -

Was genau ist Kork eigentlich und woraus besteht ein Korkparkett? Zugegeben, mit den klassischen Varianten eines Echtholzbodens dürfen wir hier nicht vergleichen, denn Korkparkett ist einfach völlig anders. Anders in vielen Bereichen. Anders im Design, anders bei der Schallweitergabe, anders bei der Verarbeitung. Die einzige Gemeinsamkeit scheint auf den ersten Blick zu sein, dass es ebenso wie Eichen-, Buchen- oder Ahornparkett aus einem Baum gefertigt wird.

Während die klassischen Parkette aber immer aus dem harten Holz des Stammes gefertigt werden, wird Korkparkett aus der Rinde hergestellt. Und zwar nicht aus irgendeiner Rinde, sondern aus der Rinde der Korkeiche. Und auch wenn der Name an unsere bekannte Deutsche Eiche erinnert, haben sie nicht viel gemeinsam. Zwar gehören sie botanisch beide zu den Eichengewächsen. Die Korkeiche aber zählt zu der kleinen Unterart der Zerreichen. Diese Gattung wächst Schätzungen zufolge seit mehreren Millionen Jahren und gilt als äußerst zäh und widerstandsfähig. Typisches Verbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum, insbesondere das südliche Portugal.

Korkeiche (Quercus suber), Villelongue dels Monts, Languedoc-Roussillon, Frankreich | Autor: Fritz Geller-Grimm und Felix Grimm via Wikimedia Commons | Lizenz: CC-BY SA 2.5

Einzigartig ist der Baum aber nicht nur aufgrund seines Alters, sondern wegen einer beeindruckenden Eigenschaft: Seine Rinde wächst schnell nach. Wo andere Baume starke Schäden davontragen, wenn ihre Rinde geschädigt wird, macht dies der Korkeiche überhaupt nichts aus. Sofort, nachdem die Rinde entfernt wurde, wächst eine neue Schicht nach. Und das über eine stolze Lebensdauer zwischen 200 und 250 Jahren lang. Diese Eigenschaft ist einzigartig und macht das Korkparkett zu einem enorm nachhaltigen und umweltfreundlichen Parkett. Der Baum muss nicht gefällt werden, sondern kann unbeschadet über viele Generationen lang wachsen. Auch auf die Preise hat dies einen positiven Einfluss, denn das schnell nachwachsende Material kann zu Parkett verarbeitet günstig angeboten werden. Preise ab etwa 20 € pro Quadratmeter werden für ein Korkparkett aufgerufen.

Ein Stapel von geerntetem Kork | Autor: Carsten Niehaus via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY SA-3.0

Korkparkett und seine Optik

Auch bei der Optik zieht sich die Andersartigkeit des Korkparketts weiter fort. Denn natürlich fehlen hier klassische optische Merkmale wie die Maserung oder die Farbabstufungen zwischen Splint- und Kernholz. Kork ist naturbelassen mittelbraun und kann auch in diesem Look verlegt werden. Seine Vielseitigkeit hätte es damit aber noch nicht ausgeschöpft.

Das Material ist sehr flexibel und kann sowohl im natürlichen Korklook als auch in Echtholzoptik, im Look von Beton oder Stein oder als exklusiver Designboden erworben werden. Kein anderes Parkett ist optisch so wandelbar wie Korkparkett. Im Grunde kann Ihnen ein Korkparkett jeden optischen Wunsch erfüllen, den Sie an einen Bodenbelag stellen. Anders als beispielsweise beim Olivenholzparkett gibt hier die Optik nicht den entscheidenden Kaufanreiz – die inneren Werte sind es.

Korkboden | Bildquelle: © Insp.Clouseau - Fotolia.com

Belastbarkeit von Korkparkett

Unsere Vergleichswerte wie die Brinellhärte oder die Holzdichte bringen uns hier leider nicht weiter, weil die Rinde schlichtweg nicht mit dem Kernholz verglichen werden kann. Belastbar ist ein Korkparkett durchaus. Vor allem wenn Sie es als Fertigparkett und nicht als reinen Korkboden ohne stabilisierende Holzfaserplatte erwerben. Auch die Verlegung eines Korkparketts ist dann einfacher, denn sie ist schwimmend möglich und muss nicht verklebt durchgeführt werden.

Dennoch ist Kork ein weiches Material und anfällig für kleinere Dellen. Wenn Sie schwere Möbel besitzen, sollten Sie wissen, dass diese im Korkparkett Abdrücke hinterlassen können. Dieser Bodenbelag eignet sich also stärker für den privaten als für den gewerblichen Bereich. Auch wenn sich entstandene Dellen mit der Zeit meist wieder zurückbilden, beeinträchtigt diese Eigenschaft das optische Erscheinungsbild des Bodens zunächst.

Parkett aus Kork in der Praxis

Der alltägliche Einsatz ist die Paradedisziplin eines Korkparketts, denn hier kann es glänzen. Zum einen ist es ein antistatischer und angenehm fußwarmer Boden. Es bietet weder Milben einen Lebensraum, noch gibt es chemische Ausdünstungen an die Raumluft ab – Eigenschaften, die das Korkparkett zu einem sehr allergikerfreundlichen Boden machen. Auch sein Schallschutz ist enorm gut, es ist also darüber hinaus ein sehr leises Parkett.

Feuchtigkeit toleriert dieser Boden allerdings weniger und eignet sich aufgrund der hohen Luftfeuchte nicht für Küche und Badezimmer. Denn das sehr flexible und elastische Material neigt bei Temperatur- und Luftfeuchteschwankungen schnell zur Fugenbildung. Genau darauf sollten Sie auch beim Verlegen achten und ausreichend Spiel einkalkulieren.

Seine Elastizität hat aber nicht nur Nachteile. Für Menschen mit Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen ist das federnde Material eine echte Wohltat – gerade wenn barfuß gelaufen wird. Auch für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung ist Kork generell geeignet, aber nicht immer. Lassen Sie sich hier unbedingt zum jeweiligen Produkt beraten und beachten den Wärmedurchlasswiderstand Ihres Korkparketts.

Besondere Aufmerksamkeit möchten wir noch dem Punkt Pflege von Korkparkett schenken. Durch seine antistatische Eigenschaft zieht Korkparkett keinen Staub an, ist generell also ein bereits sehr sauberer Boden. Vor allem Allergiker schätzen diese Eigenschaft sehr und haben im Korkparkett einen Boden, der viel für ein gesundes Raumklima tut. Es reicht in der Regel völlig, wenn Sie Ihr Korkparkett regelmäßig saugen und hin und wieder nebelfeucht abwischen. Ist das Korkparkett gut versiegelt, stellt die Feuchtigkeit beim Wischen keine Probleme dar. Spezielle Reiniger sind nicht nötig.

Pro und Kontra von Korkparkett

Um eine Kaufentscheidung treffen zu können, sollten Sie die Vor- und Nachteile abwägen und sich Ihre persönlichen Bedürfnisse genau ansehen. Wir listen Ihnen noch einmal Argumente für Korkparkett und Punkte, die gegen dieses sprechen, auf.

Vorteile von Korkparkett Nachteile von Korkparkett
umweltfreundliches und nachhaltiges Produkt etwas feuchtigkeitsanfällig
optisch enorm wandelbar neigt bei Luftfeuchte- und Temperaturschwankungen zur Fugenbildung
fußwarm und antistatisch nur bedingt für den gewerblichen Bereich geeignet
guter Allergikerboden nur bedingt für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung geeignet
leiser Boden
günstige Preise

Korkparkett vom Profi verlegen lassen

Korkparkett ist ein moderner Boden, der sich jahrtausendealte Charakteristika zum Vorteil macht. Wenn Sie diesen Bodenbelag für Ihr eigenes Zuhause wünschen, sollten Sie sich von einem Experten beraten lassen. Wer Ihnen dabei helfen kann, sagen wir Ihnen kostenfrei und unverbindlich. Fragen Sie gleich an und informieren Sie sich über diesen tollen Boden mit seinen zahlreichen Möglichkeiten.

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Einfamilienhaus von 1966: Grundsanierung + Renovierung: Beratung und Kosten?

Hallo, ich plane eine Komplettsanierung und Renovierung eines Einfamilienhauses aus dem Jahr 1966. Hierzu bin ich auf der Suche nach Kosteneinschätzungen und Fachprofis aus meiner Region: Was kostet eine Pelletheizung (zzgl. laufende Kosten) für ein Einfamilienhaus mit ca. 180 qm Wohnfläche, 2 Kellerräume dazu wären vorhanden? Was kostet die Verlegung von Echtholzparkett, mittlere Preisklasse für ca. 115 qm, davon sind 23 qm Granit zu entfernen? Was kostet eine Vollwärmedämmung eines EFH mit ca. 220 qm zu isolierende Fläche? Was kostet ein Trockenbau von ca. 2 Meter? Was kostet die Entfernung von ca. 9 Meter nicht tragenden Innenwänden zu entfernen? Was kostet ein Bauleiter? Was kostet Teppich zu verlegen, mittlere Preisklasse, alter Teppich zu entsorgen, ca. 90 qm? Was kostet ein Türrahmen mit zwei Türen, Scharniere zu jeder Seite und zwei Schallschutztüren aus Holz, weiß? Was kostet ein neuer Sicherungskasten mit F1 Sicherungen? Was kostet ein neues Balkongelände, Stahl gebürstet ca. 3 Meter? Was kostet ein Maler für die komplette Streichung eines Hauses in weißer Farbe, ca. 250 qm inkl. Keller (leer geräumt)? Was kostet ein Außenanstrich eines EFH Hauses, Farbe Grau, ca. 200 qm Fläche?
Antwort von Energieberater Kruft

Das sind ja ganz schön viele Fragen:

Was kostet eine Pelletheizung (zzgl. laufende Kosten) für ein Einfamilienhaus mit ca. 180 qm Wohnfläche, 2 Kellerräume dazu wären vorhanden?
Auf dem Lande ca. 20.000€ plus Lager, in Münschen etwa 10.000€ mehr


Was kostet eine Vollwärmedämmung eines EFH mit ca. 220 qm zu isolierende Fläche? Ohne Detailanpassungen 130 €/m² plus 20-30 € für ein System, das nicht nach 5 Jahren anfängt zu veralgen (mineralisches System), Öko nochmals 20-30 € extra (Schafwolle, Holzfaser, etc.)

-> mit Pellets+Vollwärmeschutz und noch ein wenig mehr ist sicherlich eine Förderung als Effizienzhaus möglich -> bis zu 30% Zuschuss, die man Vorher (!) beantragen muss, dazu kommt ggfs. noch BAFA und Bayern 10000

Was kostet ein Bauleiter? ohne Haftung 70-100 €/h brutto ansonsten nach HOAI= ca. Bausumme (inkl. Anteil mitzuverarbeitende Bausubtanz) x 5%

Was kostet ein Türrahmen mit zwei Türen, Scharniere zu jeder Seite und zwei Schallschutztüren aus Holz, weiß?


Was kostet ein Außenanstrich eines EFH Hauses, Farbe Grau, ca. 200 qm Fläche? mit Gerüst ca. 30-45 €/m²

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Antwort von Willi Wunderlich

Parkettleger und Hersteller der FBH befragen, ist haarig.

Gruß, Wunderlich

Dehnungsfuge bei Fußbodenheizung vergessen

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben Anhydritestrich verlegen lassen und festgestellt, dass zwischen Wohnzimmer und Küche (getrennt steuerbare Fußbodenheizung und offene Wohnküche) die Dehnungsfuge vergessen wurde. Kann man hier nachträglich etwas korrigieren und wie bzw. muss man das überhaupt, da wir Landhausdiele/Parkett überall verlegen möchten? Vielen Dank und viele Grüße, Familie Müller
Antwort von Firma NATURAL-Energy - Energie-Umwelt-Konzepte UG

Sehr geehrte Familie Müller,

fragen sie ihren Installateur, wie er die Heizkreise für Küche und Wohnzimmer verlegt hat.
In dem Übergangs-Bereich zwischen Küche und Wohnzimmer werden wohl keine Heizschlangen verlegt sein.
Dann können sie mit einer Flex den Estrich aufschneiden und sie haben eine Dehnungsfuge.

Sie haben nur ein Problem mit ihrem Landhausdiele/Parkett. Denn Holz leitet die Wärme nicht.
Sie werden keine Wärme in ihrem Wohnzimmer/Küchen haben, bzw. sie müssen erhebliche Energie aufwenden müssen, um überhaupt etwas Wärme zu haben.

Gruß,
Johann Christl

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