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Lärchenparkett: das härteste Weichholzparkett

Ein Parkett aus Lärchenholz ist immer ein Liebhaberstück und vor allem in der Alpenregion sehr begehrt. Was die einmalige Optik der Lärche auszeichnet und ob das Holz dieses Baumes zu weich ist, um es als Parkett zu nutzen, erklären wir im nachfolgenden Guide zum Lärchenparkett.
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Lärchenparkett: das Alpenparkett

Eckdaten auf einen Blick
Herkunft: Mitteleuropa (Alpenregion), Sibirien
Farbe: rotbraun bis gelb, guter Kontrast zwischen Splint- und Kernholz
Brinellhärte: weich
Holzdichte: mittel
Dauerhaftigkeitsklasse: 3-4

Wenn Sie schon einmal in einer urigen Berghütte in den Alpen waren, sind Sie diesem Parkett möglicherweise bereits begegnet. Denn vor allem hier wird das Nadelholz gerne als Parkett, aber auch als Wandvertäfelung und zur Möbelherstellung verwendet. Wenn Sie sich genauer umgesehen haben, wird Ihnen der Grund dafür ebenfalls schnell bewusst geworden sein – das Holz der Lärche ist einfach sehr dekorativ.

Europäische Lärche (Larix decidua)Europäische Lärche (Larix decidua) | Autor: Dominicus Johannes Bergsma via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 4.0

Der Baum, konkret die Europäische Lärche, ist in der Alpenregion heimisch und wächst in Gebieten von bis zu 2300 Metern Höhe. Trotzdem sind nur etwa 3 % der heimischen Bäume Lärchen, was dazu führt, dass ergänzend zur Europäischen Lärche auch die Sibirische Lärche zur Parkettherstellung verwendet wird. Der Import dieser Unterart der Kieferngewächse, zu denen beide Lärchen gehören, lohnt sich aber noch aus einem anderen Grund. Im sibirischen Klima wächst die Lärche deutlich langsamer, was sich positiv auf ihre Holzdichte auswirkt. Der langsamere Wuchs erzeugt sehr enge Jahresringe und dadurch eine größere Festigkeit des Holzes. Eine Eigenschaft, die schließlich auch dem Parkett zugutekommt und die Lärche, insbesondere die Sibirische Lärche zu den härtesten Nadelhölzern überhaupt macht.

Nicht nur diese Eigenschaft zeichnet den Baum als besonderes Gewächs aus. Die Europäische Lärche ist darüber hinaus die einzige Vertreterin unter den Nadelbäumen, die jährlich ihre Nadeln verliert, also nicht immergrün ist wie Kiefer oder Tanne. Insgesamt existieren ca. ein Dutzend Lärchenarten, wobei die sibirische die am häufigsten zur Parkettproduktion verwendete ist.

Lärchen Parkett und seine Optik

Lärchenparkett verströmt ein vor allem sehr gemütliches und wohliges Flair. Das warme gelblich-rote Holz mit der sehr deutlichen Maserung und zahlreichen gut erkennbaren Astlöchern verleiht jedem Raum eine beeindruckende Natürlichkeit. Dieses Parkett wirkt echt und so authentisch, als stünden Sie mitten im Wald.

Lärchen Parkett der Firma Parador: Parkett Classic 3060, Lärche LandhausdieleLärchen Parkett der Firma Parador: Parkett Classic 3060, Lärche Landhausdiele | Bildquelle: © Parador GmbH

Die Jahresringe und der Farbunterschied zwischen dem äußeren Splint- und dem inneren Kernholz sind deutlich. Außen eher gelblich, innen mit starken rötlichen Nuancen spielt das Lärchenparkett mit einem sehr freundlichen Charme, der jeden Raum in einen Wohlfühlraum verwandelt. Die Optik, vor allem der klassische Nadelholzlook mit den deutlichen Astlöchern, erinnert an Kindheit, an gemütliche Stunden vorm Kamin und lauschige Abende auf der Almhütte.

Wer sich für dieses Parkett entscheidet, bekommt damit also ein Produkt mit authentischem Wohlfühlflair, das eher natürlich und klassisch als durchdesignt und clean ist. Für Kinderzimmer, Wohnräume, Gästezimmer oder schlichtweg Liebhaber eines rustikalen Bodens, ist das Lärchen Parkett perfekt geeignet. In einem weiträumigen Loft oder kombiniert mit einer Hochglanzküche könnte es sich hingegen optisch eher schwertun.

Belastbarkeit von Lärchen Parkett

Ein Nadelholz als Parkettboden – kann das gutgehen? Ja, es kann. Denn gerade die sibirische Lärche muss sich mit ihrer Holzdichte von ca. 550 kg/m³ nicht verstecken. Sie liegt damit im soliden mittleren Bereich und kann es auch mit einigen Harthölzern aufnehmen. Die Holzhärte selbst fällt bei diesem Weichholz erwartungsgemäß gering aus. Mit einer Brinellhärte von lediglich 19 N/mm² ist das Holz zwar härter als Fichtenholz, aber nur halb so hart wie die amerikanische Kirsche oder die heimische Buche.

Was aber bedeutet das nun konkret für Ihr Parkett aus Lärche? Generell gilt die Regel, dass ein Parkett aus weichen Hölzern druckempfindlicher ist als ein hartes Pendant. Im Fall der Lärche heißt das, dass sie sich nicht für den gewerblichen Bereich eignet, da hier der Abrieb aufgrund der hohen Nutzungsfrequenz zu hoch wäre. Auch sehr schwere Möbelstücke oder starke Druckbelastungen toleriert die Lärche weniger als es zum Beispiel die robustere Eiche tut. Dellen und die eine oder andere Kerbe werden sich bei einem Parkett aus Lärchenholz nur schwer vermeiden lassen.

Lärchenparkett in der Praxis

Trotz der Abstriche, die Lärchenparkett als Produkt aus einem Weichholz naturgemäß hat, zeigt es sich in der Praxis als solides Produkt. Auch ist ein Lärchenparkett nicht generell zu weich, sondern kann gerade in moderat genutzten Räumen im privaten Bereich gut verlegt werden.

Jenseits der geringen Festigkeit überzeugen vor allem die raumklimatischen Eigenschaften. Denn das Holz der Lärche gehört zu den sehr atmungsaktiven Parketthölzern und wirkt sich spürbar positiv auf das Raumklima aus. Diese Eigenschaft zeichnet vor allem Nadelhölzer aus, die in der Lage sind, Schadstoffe aus der Innenraumluft im Holz zu binden und so zu einem sehr gesunden Raumklima beizutragen. Im Bereich der Parketthölzer ist dies eine große Besonderheit, die die konkurrierenden Harthölzer in der Form nicht bieten können. Trotzdem bleibt der Preis pro m² moderat und macht das Lärchenparkett nicht zum Luxusprodukt.

Besonders als großformatige Landhausdiele gefertigt findet das Lärchenparkett große Zustimmung und stellt nur geringe Ansprüche an die Pflege. Zur Versiegelung empfehlen sich ausschließlich Produkte auf Ölbasis, da der hohe Harzanteil der Lärche nur bedingt mit einer Versiegelung auf Lackbasis funktioniert. Öl ist angesichts der Atmungsaktivität bei diesem Parkett ohnehin zu bevorzugen.

Sorgen um die Pflege müssen Sie sich als Besitzer eines Lärchenparketts dennoch nicht machen. Die Lärche toleriert Feuchtigkeit sehr gut und lässt sich problemlos nebelfeucht wischen – auch wenn Sie Ihr Parkett geölt statt lackiert haben. Wer sich eine Fußbodenheizung wünscht, findet in der Lärche ein grundsätzlich geeignetes, manchmal aber doch zur leichten Splitterung neigendes Holz. Lassen Sie sich diesbezüglich beraten, welches Lärchenparkett in ihrem Fall zu empfehlen wäre.

Pro und Kontra von Lärchenparkett

Jedes Holz hat Vor- und Nachteile. Ob sich die Lärche als Fußbodenbelag für Sie eignet, hängt daher immer auch von Ihren Ansprüchen ab. Lesen Sie noch einmal zusammengefasst, welche Eigenschaften für und welche gegen das Parkett sprechen könnten.

Vorteile von Lärchen Parkett Nachteile von Lärchen Parkett
kreiert ein gemütliches Ambiente eignet sich nicht für den gewerblichen Bereich
sehr authentischer und natürlicher Look kann nur mit Öl versiegelt werden
gut feuchtigkeitstolerant neigt zu Dellen und Einkerbungen
besonders atmungsaktiv
für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung geeignet
Preise im mittleren Preisniveau
besitzt einen leichten Harzgeruch

Sind Sie ein Lärchen-Liebhaber?

Konnten wir Sie für dieses authentische Holz begeistern? Die Lärche ist tatsächlich eine Überlegung wert und robuster, als allgemein bekannt. Selbst die Pfähle, auf der die Stadt Venedig errichtet wurde, bestehen aus Sibirischer Lärche; warum also nicht auch Ihr neues Parkett? Wenn Sie sich weiter informieren oder zeitnah einen Fachbetrieb mit der Verlegung Ihres Lärchenparketts beauftragen möchten, machen wir Ihnen ein Angebot. Suchen Sie gleich in unserer Branchensuche kostenlos nach Ansprechpartnern in Ihrer Nähe und machen Sie Ihren Wohntraum wahr.

Weitere Holzarten für Parkettböden finden Sie in unserer Übersicht.