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Ist Parkett für Fußbodenheizung geeignet?

Die Fußbodenheizung gehört zu den modernsten und beliebtesten Heizarten; Parkettboden erfreut sich ungebrochen hoher Beliebtheit. Doch funktionieren beide immer zusammen, oder gibt es K-o.-Kriterien? Wir beleuchten das Thema näher für Sie.
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Parkett und Fußbodenheizung: Was geht und was nicht?

Wenn Menschen sich für einen Holzfußboden entscheiden, dann oft, weil sie sich von diesem eine behagliche Atmosphäre erhoffen. Und das nicht nur auf die Optik der warmen Holztöne bezogen, sondern generell. Fliesen sind als eher sehr kühler Boden bekannt, Teppichboden gilt oftmals als unhygienisch. Das Parkett scheint hier der ideale Kompromiss, der Räumen einen wohnlichen und warmen Charakter verleihen kann.

Bildquelle: © vchalup - Fotolia.com

Der Rohstoff Holz an sich bringt bereits eine angenehme Lauftemperatur mit. Wenn dann noch eine Fußbodenheizung unter dem Parkett verlegt wird, steht dem Traum vom Barfußlaufen nichts mehr im Weg. Die Kombination Fußbodenheizung und Parkettboden ist daher eine sehr sinnvolle und auch enorm beliebte. Unsere Boden-Profis werden in ihrem Alltag täglich mit vielen Fragen rund um das Thema Fußbodenheizung und Parkett konfrontiert. Die häufigsten Fragen und die wichtigsten Auswahlkriterien zum Thema Parkett auf Fußbodenheizung haben wir daher für Sie zusammengefasst.

Ist jedes Parkett für eine Verlegung auf einer Fußbodenheizung geeignet?

Nein! Parkett und Fußbodenheizung sind zwar eine gute Kombination, funktionieren aber nicht immer. Denn nur dann, wenn die verwendete Holzart und die Verarbeitung geeignet sind, leiten sie die Wärme der darunter verlegten Fußbodenheizung ausreichend weiter. Manche Holzarten neigen dazu zu splittern, wenn sie für längere Zeit in Kontakt mit dem Heizelement der Fußbodenheizung kommen. Manche Holzdichte verhindert eine gute Wärmeweiterleitung. Sie sollten daher immer genau überprüfen, welches Parkett Sie auf einer Fußbodenheizung verlegen möchten. Achten Sie dabei vor allem auf folgende Angaben:

  • Wärmedurchlasswiderstand: Diese Angabe zeigt, wie gut das Holz die Wärme der Fußbodenheizung leitet und an die Raumluft abgibt. Dieser Faktor wird in m²K/W angegeben und findet sich in der Regel direkt auf der Verpackung des Parketts. Wie gut ein Parkett die Wärme weiterleitet, hängt von der Holzart und der Dicke des Parketts ab. Es gilt die Faustregel, dass der Wärmedurchlasswiderstand zwischen 0,10 und 0,15 m²K/W liegen sollte, damit sich das Parkett für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung eignet. Parkett leitet Wärme generell besser als Laminat und ist daher in den meisten Fällen gut geeignet, wenn eine Fußbodenheizung gewünscht wird.
  • Feuchtigkeitsgehalt: Sie kennen sicher die Grundregel, dass Parkett vor dem Verlegen erst einige Tage im Raum offen liegen sollte, bevor es im gewünschten Verlegemuster angebracht wird. Das hängt vor allem mit der Raumtemperatur und den klimatischen Bedingungen zusammen. Als natürlicher Rohstoff nimmt Holz Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder an die Raumluft ab – an sich eine für das Raumklima sehr positive Eigenschaft. Doch ist das Parkett bei der Verlegung zu feucht, kann eine darunter liegende Fußbodenheizung es mit der Zeit austrocknen und für unschöne Fugen sorgen. Unsere Boden-Profis empfehlen Ihnen daher immer, den Feuchtigkeitsgehalt vor dem Verlegen genau zu überprüfen. Da die meisten Schäden am Parkett in Kombination mit einer Fußbodenheizung am Punkt Feuchtigkeit im Holz liegen, ist dies auch tatsächlich vonnöten.

Welche Holzart eignet sich als Parkett auf einer Fußbodenheizung?

Die sich ans Raumklima anpassenden Eigenschaften, die sogenannten hygroskopischen Eigenschaften des Werkstoffes Holz, sind nicht bei jeder Holzart gleich. Manche Hölzer haben ein niedrigeres Quell- und Schwundverhalten als andere und eignen sich daher besser für das Vorhaben Parkett auf einer Fußbodenheizung zu verlegen. Sehr gute Parketthölzer für eine Fußbodenheizung sind beispielsweise Nussbaum und Eiche. Eher schwierig sind hier Olivenholz, Bambus und Esche, da sie nicht so formstabil sind und durch die warme Heizungsluft splittern können.

Wer weiß, dass eine Fußbodenheizung unter dem Parkett verlegt werden soll, fährt gut damit, den Experten vorab um Rat zu fragen. Erste Hinweise, wie sich Ihr Holzfavorit raumklimatisch verhält, finden Sie auch in unserer Übersicht der verschiedenen Holzarten für Parkett.

Ist Massiv- oder Fertigparkett besser?

Wie bereits angeklungen ist, hängt es davon ab, wie dick das Parkett ist, das auf der Fußbodenheizung verlegt wird. Wählen Sie ein sehr dickes Massivholzparkett mit einer Stärke der Nutzschicht von 22 mm, kann dies die Wärmeweiterleitung durchaus abdämpfen. Ein dünneres Fertigparkett, das zwar eine Oberschicht aus einem gut wärmeleitfähigen Holz hat, dafür aber in der Mittelplatte des mehrschichtigen Aufbaus ein eher ungeeignetes Holz mitbringt, kann ebenso schlecht leiten. Betrachten Sie immer das Gesamtpaket des Parketts und fragen Sie im Zweifelsfall einen Fachmann, ob Ihr Wunschboden für eine Fußbodenheizung geeignet ist oder nicht.

Sinnvoll ist es in jedem Fall, eher kleinere Verlegeeinheiten zu wählen bzw. sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass kleine Stäbe Wärme meist besser leiten als großformatige Landhausdielen. Das ist nun per se kein Ausschlusskriterium für Landhausdielen auf einer Fußbodenheizung, aber ein Faktor, den Sie kennen und berücksichtigen sollten.

Welche Verlegeart bei einer Fußbodenheizung?

Je weniger Luft zwischen heizenden Elementen und Bodenbelag ist, umso besser kommt die Heizleistung letztlich im Raum an. Für Ihre Verlegeart bedeutet das, dass ein vollflächiges Parkett Wärme immer besser leiten wird als ein schwimmend verlegtes. Dass die zusätzliche Luft hier die Wärmeleistung abmildert, kann sich an Ihrer Strom- oder Heizkostenrechnung bemerkbar machen, wenn mehr geheizt werden muss, um den Raum warm zu bekommen. Wenn möglich, sollte Parkett auf einer Fußbodenheizung daher bevorzugt verklebt werden und nicht schwimmend verlegt werden. Es ist aber kein Muss, wie das nachfolgende Video zeigt.

Übrigens mildert auch eine zusätzliche Trittschalldämmung die mögliche Heizleistung unter Umständen ab. Wenn Sie sich die Kombination aus Fußbodenheizung, Trittschalldämmung und Parkett wünschen, müssen Sie den Wärmedurchlasswiderstand beider Schichten, die oberhalb der Heizung verlegt werden, zusammenrechnen. Ist die Wärmeleitfähigkeit am Ende zu gering, sollten Sie sich entweder von der Trittschalldämmung verabschieden, oder ein anderes Parkett auswählen.

Parkett und Fußbodenheizung professionell verlegen lassen

Sie sehen, es sind viele Faktoren, die Sie beachten sollten. Insgesamt lohnt sich ein Parkett auf einer Fußbodenheizung immer, denn das Raumklima und auch die Fußwärme sind äußerst angenehm. Auch wenn Sie bisher noch keine Fußbodenheizung haben, können Sie diese nachträglich installieren lassen. Doch das Verlegen in Eigenregie erfordert hier deutlich mehr Aufmerksamkeit als bei einem Holzboden ohne Fußbodenheizung. Um das richtige Holz in der geeigneten Verlegegröße und einen optimal vorbereiteten Untergrund zu erhalten, stehen Ihnen unsere Experten auch für einen persönlichen Rat zur Verfügung. Gerne sehen Sie sich Ihr individuelles Vorhaben an und prüfen, welches Parkett für Ihren Raum das beste ist. Nutzen Sie unsere kostenlose Branchensuche und vereinbaren Sie eine persönliche Beratung vor Ort.